FAQ


 
Oft gestellte Fragen - hier die Antworten
FAQ steht für "frequently asked questions"

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Sicherheitsvorschriften & Inbetriebnahme

Wo finde ich die aktuellen Gesetze des Bundesministerium für Wirtschaft & Arbeit?

Hier: http://www.bmwi.de

Wo finde ich die aktuellen Vorschriften der Berufsgenossenschaft?

Hier: http://www.bgfe.de

Wo finde ich die aktuellen Sicherheits- und Gefahrenhinweise?

Hier: http:/www.pci-card.com/SiGef-hinweise.pdf

Was muss ich zur Sicherheit mindestens beachten?

Gute Vorschriftenkentnisse und Praxiserfahrung sind sehr lobenswert, reichen aber in manchen Fällen nicht aus. Daher folgender, vorbeugender Hinweis:

Bitte beachten Sie unbedingt die einschlägigen VDE- und UVV-Sicherheitsvorschriften bei der Montage und Inbetriebnahme von Komponenten, um Unfällen, beispielsweise mit der Netzspannung, vorzubeugen. Halten Sie die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstände, Erdung und Isolierung ein und informieren Sie sich bitte bei einem Fachhandel wenn Sie unsicher im Umgang mit Netzspannungen sind. Bei leichtfertigem Umgang kann Menschenleben gefährdet werden. Gefahrloses Arbeiten mit unseren Produkten ist nur möglich, wenn Sie die jeweilige Bedienungsanleitung und alle hier veröffentlichten Hinweise vollständig lesen und die darin enthaltenen Anweisungen strikt befolgen. Je nach Anwendung und Gebrauch sind noch weitere Unfallverhütungsvorschriften, EU-Richtlinien sowie Sicherheitsstandards bsp. VDE 0100, 0104-0106, 0110, 0160, 0660, 0800-1, 0701, 0702, 0113, 0404, 0413, 0751, EN 60 947 und BGV A2 (VBG 4) anzuwenden bzw. einzuhalten. Sollten Sie sich ausser Stande sehen, diese Vorschriften einzuhalten, dürfen Sie unsere Produkte nicht verwenden, bedienen oder installieren. Halten Sie Kinder und andere Personen während der Montage und Inbetriebnahme fern und sorgen Sie für einen, dem Betrieb angemessenen, sicheren Arbeits- und dokumentierten Funktionsaufbau.

Vorsicht: Bei Ablenkung während der Montage können Sie die Kontrolle bzw. Übersicht verlieren. Verwenden oder installieren Sie keine Produkte, wenn Sie müde sind, oder unter dem Einfluss von Drogen, Alkohol oder Medikamenten stehen. Bitte drucken Sie sich dieses Kapitel "Sicherheitsvorschriften & Inbetriebnahme" aus, und übergeben Sie es an Ihren Nachfolger oder Kunden, damit dieser ebenso informiert ist. Verwenden Sie ausschließlich geeignete und zugelassene Schutzbauelemente, wenn Sie Baugruppen, Messeingänge und/oder Anlagenteile und Systeme wirksam schützen müssen. 

Das Errichten und Betreiben elektrischer Anlagen unterliegt Normen wie DIN VDE 0105-100 (VDE 0105-100). Diese Norm enthält zugleich den Sachinhalt der Deutschen Fassung EN 50110-1:2004 und basiert auf der Europäischen Norm sowie nationale Ergänzungen. Diese Norm legt fest, was Betreiber elektrischer Anlagen und Benutzer elektrischer Betriebsmittel tun müssen, um diese elektrischen Anlagen und Betriebsmittel in sicherem Zustand zu erhalten, nachteilige Einwirkungen von außen und Rückwirkungen auf andere Einrichtungen zu verhindern sowie alle betrieblichen Tätigkeiten gefahrlos auszuführen. Dabei wird vorausgesetzt, dass die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel nach einschlägigen Errichtungsnormen errichtet und hergestellt wurden und bestimmungsgemäß benutzt werden.

Sind Ein- und Ausgänge an Produkten grundsätzlich abgesichert?

Nein. Wenn kein besonderer Hinweis auf explizite Sicherungsmaßnahmen an Produkten hindeutet, sind Ein- und/oder Ausgänge nicht gegen Überlastung, Überspannung, Kurzschluss oder gegen ESD-Entladungen geschützt bzw. abgesichert. Alle zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen müssen der Umgebung am Einsatzort entsprechend angepasst sein. Diese hat der Errichter vor einer Inbetriebnahme entsprechend den technischen Regeln (VDE...) selbst vorzunehmen, um einen sicheren Betrieb mit Sub-Schaltungen, Komponenten oder Geräten dauerhaft herzustellen.

Wenn ich Produkte verändere, ist dann noch die Sicherheit gewährleistet?

Nein. Zweckentfremden Sie weder Produkte noch deren Anschlüsse bzw. Kabel. Jegliche Änderung kann ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko darstellen, dass uns von der Unfall- & Haftungspflicht entbindet. Dies gilt auch für falsche Montagen oder einer unbeabsichtigten Inbetriebnahme. Vergewissern Sie sich bitte vor der Inbetriebnahme von der einwandfreien Verdrahtung und gefahrlosen Nutzung Ihrer Anlage, sodass weder Leben gefährdet, noch weitere Komponenten geschädigt werden können. Ein sorgfältiger Umgang und sinnvoller Einsatz unserer Produkte ist selbsterklärend.

Dürfen isolierte E/A von PC-Karten oder Modulen direkt an der Netzspannung betrieben werden?

Nein. Alle isolierten Produkte (mit Optokoppler oder Relais bestückt) dürfen nicht in galvanischer Verbindung zu Spannungen über der Schutzkleinspannung bzw. über 48 Volt DC oder 25 Volt AC stehen. Eine Verbindung zu Systemen mit höherer Spannung darf ausschließlich nur über Komponenten (bsp. Trennrelais) mit VDE-Zulassung erfolgen. Alle nichtisolierten Komponenten (nicht Massefrei) dürfen nur mit der in der jeweiligen Dokumentation angegeben Spannung betrieben werden. Bei nichtisolierten Komponenten ist ebenfalls auf eine korrekte Masseführung zu achten. In beiden Fällen müssen die vorgeschriebenen Luft-und Kriechstrecken eingehalten, sowie ausreichende Maßnahmen zum Schutz vor Berührung gefährlicher Spannungen getroffen werden.

Können Module oder Karten mit galvanischer Trennung bis 500 Volt auch permanent mit diesem Potentialunterschied betrieben werden?

Nein. Bei unseren selbst hergestellten Industriemodulen und PC-Karten mit Optokoppler- oder Relais-Trennung wurde zwar der Isolationstest gem. EN61010 mit 500 Volt Prüfspannung bei einer Dauer von 1 min. mit einer Hochspannungstestanlage der Firma HERA gemäß VDE 0104 in unserem Testlabor nachgewiesen, jedoch handelt sich hierbei nicht um eine sicherheitsgerichtete Trennung oder Basis-Isolierung im Sinne der elektrischen Sicherheit EN60950, sondern um eine reine FELV Funktionsisolierung nach EN50178 (Ueff. < 50 V). Sie ist somit keine Isolierung gegen gefährliche Körperströme! Für die korrekte Einhaltung der Funktionsisolierung gilt jedoch weiterhin die Verkabelung gem. den erforderlichen VDE-Bestimmungen (VDE 0100...) durchzuführen. Der max. Potential-/Spannungsunterschied zu anderen Maschinen, Anlagen, Baugruppen oder Teilen darf 25 V AC bzw. 48 V DC nicht überschreiten. Sind größere Potentialunterschiede vorhanden (oder im Fehlerfall zu erwarten), ist ein zusätzlicher Potentialausgleich (ZPE) gem. den VDE-Regeln vorzusehen. Der Potentialausgleich ist grundsätzlich vor der Inbetriebnahme bzw. Montage von Baugruppen durchzuführen. In Unterrichtsräumen mit Experimentierständen gilt zusätzlich die DIN VDE 0100 Teil 723 zu beachten. 

Was heißt SELV, PELV und FELV eigentlich?

Dies sind Abürzungen für die Kleinspannung, mit der Baugruppen betrieben werden dürfen. Die Prüfspannung liegt höher.

SELV = Safety Extra Low Voltage (Sicherheitskleinspannung)
PELV = Protective Extra Low Voltage (Schutzkleinspannung)
FELV = Functional Extra Low Voltage (Funktionskleinspannung)

Wo finde ich die richtigen Trennrelais zum sicheren schalten von höheren Spannungen?

Hierzu bietet die Firma Phoenix-Contact verschiedene Produkte an. Siehe auch PDF-Datenblatt.

Eignen sich die Kolter-Produkte für jeden Anwendungsfall?

Nein. Die in den Anleitungen beschriebenen, technischen Angaben und Einsatzbedingungen entsprechen lediglich unseren Kenntnissen, die im Zusammenhang mit dem jeweiligen Produkt ermittelt wurden. Sie haben somit nicht die Bedeutung, bestimmte Eigenschaften für einen konkreten Einsatzzweck zuzusichern. Der Einsatz erfolgt zwar in einem breitem Spektrum unter verschiedenen Arbeitsbedingungnen, jedoch können wir nicht jeden einzelnen Fall bewerten. Hierzu ist es für den Käufer unerlässlich, die Eignung eines Produkts für seinen Anwendungszweck selbst zu prüfen. Dies gilt umso mehr, wenn der Einsatz unserer Produkte in sensiblen Anlagen stattfinden soll. Auf folgende Vorschrift wird in diesem Zusammenhang besonders hingewiesen: BGV A2 §1-10 Anhang 1,2,3 und insbesonders §4. Zitat Anfang: "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel können in ihrer Funktion und Sicherheit durch Umgebungseinwirkungen (z. B. Staub, Feuchtigkeit, Wärme, mechanische Beanspruchung) nachteilig beeinflußt werden. Daher sind sowohl die einzelnen Betriebsmittel als auch die gesamte Anlage so auszuwählen und zu gestalten, daß ein ausreichender Schutz gegen diese Einwirkungen über die üblicherweise zu erwartende Lebensdauer gewährleistet ist. Hierzu zählen unter anderem die Wahl der Schutzart, der Schutzklasse, der Isolationsklasse sowie der Kriech- und Luftstrecken. Bei der Wahl sind in jedem Fall die speziellen Einsatzbedingungen zu berücksichtigen, z.B. auf Baustellen oder in aggressiver Umgebung." Zitat Ende.

Was gilt bei/vor der Inbetriebnahme von Produkten zu beachten?

Auszubildende und Studenten dürfen unsere Produkte nur im Beisein einer Fachkraft in Betrieb nehmen. Zum Betrieb dieser Produkte in Anlagen und Systemen ist stets eine nachweisbare Qualifikation des Nutzers bzw. Personals notwendig. Dies gilt ebenso für die Inbetriebnahme und Montage von Komponenten um Anlagen oder Systeme zu errichten. Als qualifiziertes Personal gelten Personen, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit berechtigt sind (bsp. Ausbilder, Elektrogeselle, Techniker, unterwiesene Personen mit fachlicher Ausbildung, staatlich geprüfter Techniker, Meister, Ingenieur...), Systeme und Anlagen gemäß den Standards der Sicherheitstechnik (DIN, VDE...) in Betrieb zu nehmen und/oder zu Warten. Die Qualifikation kann auch durch eine mehrjährige Tätigkeit mit Ausbildung in Theorie und Praxis nach Überprüfung durch eine Elektrofachkraft nachgewiesen werden. Der Nachweis ist entsprechend zu dokumentieren. Das Bedienpersonal ist über die Funktionsweise und die entsprechenden, aktuellen Sicherheitsrichtlinien, die zum jeweiligen Produkt notwendig sind, durch den Errichter einzuweisen. Die Verantwortlichkeit der bestimmungsgemäßen Verwendung unserer Produkte geht auf den Hersteller bzw. Errichter über. Weiterhin muss sichergestellt sein, daß alle zur Montage verwendeten Teile zu unseren Produkten passen, bzw. die jenigen Bauteile Verwendung finden, die in unseren Prüfungen (insbesonders bei der EMV-Abnahme) angewand wurden. Anlagen, bei denen eine Sicherheit gefordert ist, müssen mit entsprechenden Sicherheitskomponenten ausgestattet sein. Es wird darauf hingewiesen, dass unter Umständen unsere Produkte nicht über den hierfür notwendigen Sicherheitslevel verfügen, der für eine bestimmte Anwendung ausreichend wäre (bsp. explosionsgeschützte Produkte gem. Ex- oder ATEX-Richtlinie).

Was muss man hinsichtlich der Produkthaftung beachten?

Aus einer Vermutung heraus, dürfen keine Produkteigenschaften aus unseren Informationen als zugesichert abgeleitet werden. Nicht beschriebene Produkteigenschaften sind zunächst als nicht vorhanden anzusehen und müssen ggf. durch eine ausführliche Beratung erörtert und ausdrücklich (schriftlich) bestätigt werden. Das Produkthaftungsgesetz (ProdHaftG) regelt bei Haftung des Herstellers für Schäden, die durch Fehler eines Produktes verursacht werden. Bitte weisen Sie daher im Interesse der Sicherheit Ihre Abnehmer stets auf folgende Sicherheitsvorschriften hin: Beim Umgang mit Produkten, die mit elektrischer Spannung in Berührung kommen, müssen die gültigen VDE-Vorschriften und Richtlinien beachtet werden. Sie erhalten VDE-Vorschriften beim vde-Verlag GmbH, Bismarkstr. 33, 10625 Berlin. Im übrigen unterliegt die Einhaltung von Bau- und Sicherheitsvorschriften aller Art (VDE, TÜV, Berufsgenossenschaften usw.) dem Anwender bzw. Errichter. Besonders sei noch auf die VDE0100, VDE0550/0551, VDE0700, VDE0711, VDE0805 und VDE0860, sowie auf die UVV-, und TAB-Vorschriften hingewiesen. Bei Nichtbeachtung unserer Produktdokumentation, Webseitenhinweise sowie Installationsrichtlinien und Sicherheitsvorschriften, entbindet der Nutzer KOLTER ELECTRONIC von der gesetzlichen Unfallhaftungspflicht.

Ergänzend folgender Hinweis: Nach den arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften hat der Arbeitgeber sicherzustellen, dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel nur von einer Elektrofachkraft oder unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft den elektrotechnischen Regeln entsprechend errichtet, geändert und instandgehalten werden. Weitere Links dazu: http://regelwerk.unfallkassen.de/daten...

Was gilt hinsichtlich Vorsorge- und Aufbewahrungspflicht zu beachten?

Alle Produkte, Beschreibungen und Verpackungen müssen vorsorglich vor Zugriff unbefugter Personen gesichert aufbewahrt werden. Sämtliche Unterlagen sind bei Weiterverkauf mitzugeben. Produktunterlagen, wenn auch auf CD als PDF-Datei gespeichert, sind Teil der Ware. Aus Gründen der Sicherheit sind Anwender, Nuter bzw. Käufer auf unsere Webseite zu verweisen, damit sie diese Sicherheitsregeln und Vorschriften beachten.

Darf ich Kolter-Produkte in Unterrichtsräumen betreiben?

Ja. In Unterrichtsräumen mit Experimentierständen gilt zusätzlich die DIN VDE 0100 Teil 723 zu beachten. 

Sind Maßnahmen bei der Verkabelung nötig?

Ausgehend von einer technisch einwandfreien Gebäudeverkabelung mit ausreichendem Potentialausgleich und Fundamenterder, müssen grundsätzlich alle hierzu notwendigen VDE-Vorschriften und EU-Richtlinien für die entsprechenden Komponenten und Kreise eingehalten werden. Bei besonderen, industriellen Anlagen oder messtechnischen Einrichtungen kommen weitere Vorsichtsmaßnahmen für die Sicherheit und EMV hinzu. Insbesonders bei Anlagen, die räumlich entfernt voneinander angeordnet sind und teilweise verschiedene Betriebsmittel beinhalten, ist bei der Verkabelung von Erd-, Daten-, Signal-, Steuer-, Leistungs- und Netzleitungen größte Vorsicht geboten. Aus Sicht der EMV ist die Infrastruktur dieser Verkabelung so anzulegen, daß äußere Störgrößen (HF-, Stör-Felder, Potential- und Fehlströme...) keine Betriebsstörungen verursachen, Energiekabel von hoch störwirksamen Verbrauchern (Schützrelais, E-Motoren, Frequenzumrichter, Schweißanlagen...) die MSR- und Prozeßleitgeräte über deren Versorgungs-, Signal-, Steuer- und Datenleitungen nicht stören, und Beeinflussungen zwischen den Leitungen selbst weitgehend ausgeschlossen sind. Oftmals werden aus infantilen Sparsamkeitsgründen ungeschrimte Leitungen wirr durcheinander verlegt, Maßnahmen zum Potentialausgleich mißachtet, oder Rückleiter von anderen Kreisen mit verwendet, was unweigerlich zu sicherheitstechnischen Mängeln, sowie erheblichen EMV-Problemen und Leiterschleifen führt. Es gilt grundsätzlich für jede Hin- und Rückleitung von Signalen, ein verdrilltes Adernpaar vorzusehen, dessen innerer Schirm entsprechend kurz mit der EMV-Masse einseitig verbunden wird und dessen äußerer Schirm zur Abwehr von Blitzeinwirkungen o.a. Entladungen beidseitig geerdet wird. Grundsätzlich sind EMV-unverträgliche Schleifenstöme durch Anwendung des TN-S-Systems (getrennte PE, N, L1 mit separatem Schutzleiter) zu vermeiden, wobei jedes Betriebsmittel eine eigene Erde erhält und damit Signal- und Datenleitungen entlastet. Nur durch strikte Planung von EMV-verträglichen Verkabelungen unter Anwendung von einschlägigen VDE-Vorschriften (bsp. VDE 0800 Teil 2 1985-07, VDE 0100, VDE 0140 und VDE 0228) kann eine Reduktion von elektromagnetischen Störungen stattfinden, und damit einen störungsfreien Betrieb von Anlagen und Komponenten bewirken.

Besonderes Augenmerk gilt zu richten auf:

- genormte Gebäudeverkabelung und guter Fundamenterder
- Potentialfehler ganz vermeiden, Schutzleiter prüfen
- notfalls Entlastungsleiter zusätzlich anbringen
- nur abgeschirmte MSR-Leitungen verwenden
- klare, getrennte Verlegung verschiedener Kreise
- keine gemeinsamen Rückleiter nutzen
- ausreichend Abstand zu anderen Kreisen beachten
- kein PEN-Leiter, sondern PE und N getrennt verwenden

Wo bekomme ich weitere Unterlagen hierzu?

Hier: "EMV-Fibel für Elektroinstallateure und Planer" VDE-Verlag, ISBN 3-8007-2613-0

Was muss man bei der Übertragung von Signalen beachten?

Insbesonders muss bei der Übertragung von Signalen die Sicherstellung der Signal-Integrität beachtet werden. Physikalische Zusammenhänge und sich daraus ergebende Anforderungen sind für die Sicherheit und Funktion von elektrischen Anlagen oder Aufbauten unerlässlich. Neben VDE- und EMV-gerechten Aufbauten müssen auch die interne und externe Verdrahtung bzw. Verkabelung den jeweiligen Anforderungen entsprechen, so dass beispielsweise keine gegenseitige Beeinflussung oder Störung von Komponenten (weder im Einzelfall noch worst-case betrachtet) stattfinden kann. Bei ungeeigneter Verkabelung sowie falscher Masseführung oder fehlender Abschirmung, sind in der Praxis oftmals Feldeinwirkung zwischen Leitern und/oder massegeführte Störspannung (bsp. Impuls-Stoßspannungseffekte, Flicker, Oberschwingungen...) eine Hauptursache von vermeintlichen Funktionsstörungen.

Warum ist das alles so kompliziert?

Elektronik muss man als Ganzes begreifen. Sie ist in der Systemintegration als stabile Anlagentechnik nunmal mehr oder weniger ein komplexes Thema. Die Komplexität steigt mit den Ansprüchen oft überpropotional.

Was muss man bei selbsterrichteten Anlagen mindestens beachten?

Die nachfolgenden "Stichpunkte" sind zum Teil schon über 20 Jahre alt und somit nicht mehr ganz aktuell:

- Machbarkeit prüfen
- zuständige DIN-Richtlinien, sowie Sicherheit- und VDE-Vorschriften besorgen
- Geräte- und Verdrahtungsplan erstellen
- Nutzung von EMV-geschirmten Schaltschränken und Kabel
- richtiges abfiltern von allen Ein-/Ausgängen
- Blitz- und Überspannungsschutzelemente vorsehen
- Anlagen und Teile ausreichend mit Sicherungen absichern
- ausreichende Dimensionierung von Netzteilen und Kabelquerschnitten
- Not-Aus Schalter vorsehen
- Dokumentation erstellen und Verdrahtungsplan überprüfen
- Freigabe erst nach einschlägigen Tests und Fehlerprüfungen erteilen
- Funktion und Fehlerfall dokumentieren
- Dauerfunktion überprüfen
- Bei Übergabe, Inbetriebnahme und Abnahme gegenzeichnen lassen
- Betriebspersonal an Anlage einweisen (Funktion und Sicherheit)

Wie sollten Anlagen generell abgesichert sein?

Wie gesagt, ich bin kein Errichter. Bitte lesen Sie hier: http://www.stbg.de/medien/brosch/archiv/19schalt.pdf

Wer kann wiederkehrende Prüfungen elektrischer Anlagen und Betriebsmittel nach BGV A2 durchführen?

Zum Beispiel die Firma Günter Schuchardt GmbH: http://www.schuchardt-gmbh.de

Wir müssen eine sicherheitsgerichtete Anlage errichten. Können wir hierzu ihre Produkte einsetzen?

Das gilt individuell zu prüfen. Insbesonders Steuerungen mit erhöhten Sicherheitskriterien müssen i.d.R. sicherheitsgerichtete Elemente oder Funktionen besitzen, die ein definiertes Ausfall- und Degradationsverhalten aufweisen. Diese Funktionen müssen den Vorschriften und Normen (bsp. IEC 61508) von Sicherheitsstandards entsprechen und von auditierten Unternehmen (bsp. TÜV) im Rahmen einer "Third Party Inspection" zertifiziert werden. Bitte lesen Sie hierzu den informellen Hintergrundbericht von Herrn Ekkehard Pofahl der TÜV Industrie Service GmbH (ASI).

Welche Vorschriften muss ich als Wiederverwender beachten?

Alle von KOLTER ELECTRONIC hergestellten Produkte unterliegen zur weiteren Montage den Bestimmungen nach DIN VDE und einer Reihe weiterer einschlägiger EMV-Normen und Sicherheitsvorschriften. Als Wiederverwender von Baugruppen, werden Sie automatisch zum Hersteller und sind für die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften und Zulassungsnormen selbst verantwortlich. Alle unsere Baugruppen sind nicht selbstständig Betriebsfähig und stellen somit immer nur eine Unterbaugruppe eines übergeordneten Systems dar. Die Bestimmungen können je nach Anwendung bzw. Produkt variieren. Verschiedene Schutzmaßnahmen dürfen sich in derselben Anlage nicht gegenseitig nachteilig beeinflussen. Ihre Wirksamkeit darf durch Betriebsmittel nicht beeinträchtigt werden, z.B. Gleichstrombeeinflussung bei Fl-Schutzschaltung.

Insbesonders weisen wir in diesem Zusammenhang auf folgende VDE-Normen hin:

- VDE 0100 - 0410 Schutzmaßnahmen gegen elektrischen Schlag
- VDE 0100, Teil 410 Schutzmaßnahmen gegen gefährliche Körperströme
- VDE 0100 § 4 bis §14 Schutz gegen zu hohe Berührungsspannung

Ist die Niederspannungrichtline anwendbar?

Grundsätzlich gilt bei unseren hergestellten Produkten, eine maximale Anschluss.- bzw. Schaltspannung von 48 Volt DC oder 25 Volt AC. Alle Angaben in unseren Dokumentationen, die auf eine höhere Spannung deuten können, sind ausschließlich als technische Parameter zum jeweils verwendeten Schalt-Bauteil (bsp. Relais oder Optokoppler) zu verstehen - jedoch nicht zur gesamtzertifizierten Baugruppe. Die Verwendung höherer Spannungen ist zwar prinzipiell möglich, wird aber auf eigene Gefahr vorgenommen und muss der Errichter bzw. Betreiber selbst verantworten und ggf. dokumentieren oder auf eigene Kosten nachzertifizieren. Für andere Produkte, die als elektrische Betriebsmittel im Sinne der Richtlinie 73/23/EWG gelten, gilt die Richtlinie für elektrische Betriebsmittel zur Verwendung bei einer Nennspannung zwischen 50 und 1000 Volt für Wechselstrom und zwischen 75 und 1500 Volt für Gleichstrom. Für netzbetriebene Baugruppen (bsp. Steckernetzteil) gilt die Niederspannungrichtline nach DIN EN 60204 Teil 1 (VDE 0113 Teil 1:1993-06). Bitte beachten Sie auch die Isolationsspannung gemäß DIN VDE 0110. Sie gibt Auskunft darüber, welche maximalen Spannungen an Baugruppen angeschlossen werden dürfen.

Gilt die Niederspannungrichtline auch für Kolter-Produkte?

Nein. Die Verordnung gilt nur für „Betriebsmittel zur Verwendung bei einer Nennspannung zwischen 50 und 1.000 V für Wechselstrom und zwischen 75 und 1.500 V für Gleichstrom, soweit es sich um technische Arbeitsmittel oder verwendungsfertige Gebrauchsgegenstände oder Teile von diesen handelt." 

Welche Vorschriften müssen zur Inbetriebnahme von PCs und/oder Baugruppen (bsp. Module) grundsätzlich eingehalten werden?

Nach § 3 der Unfallverhütungsvorschrift "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" (BGV A2) dürfen elektrische Anlagen, Systeme und Betriebsmittel (dazu zählen auch PCs, Messkarten oder Module) nur von ausgebildeten Elektrofachkräften, oder unter Leitung und Aufsicht einer entsprechenden Elektrofachkraft, den elektrotechnischen Regeln entsprechend errichtet, geändert und instandgehalten werden. Die BGVA2 / VBG4 UVV Unfallverhütungsvorschrift gilt für elektrische Anlagen und Betriebsmittel und ist eine berufsgenossenschaftübergreifende verbindliche Vorschrift. Im übrigen unterliegt die Einhaltung von Bau- und Sicherheitsvorschriften aller Art (VDE, TÜV, Berufsgenossenschaften usw.) dem Anwender/Käufer. Besonders sei hier auf die DIN EN61010-1 (VDE411 Teil 1):2002-08, DIN EN61557-1 /VDE 0413 Teil 1):1998-05, VDE0100, VDE0550/0551, VDE0700, VDE0711, VDE0860 Vorschriften hingewiesen, sowie:

- Vor Öffnen eines Gerätes den Netzstecker ziehen oder sicherstellen, dass das Gerät stromlos ist.

- Bauteile, Baugruppen oder Geräte dürfen nur in Betrieb genommen werden, wenn sie vorher in ein berührungssicheres Gehäuse eingebaut wurden. Während des Einbaus müssen sie stromlos sein.

- Werkzeuge dürfen an Geräten, Bauteilen oder Baugruppen nur benutzt werden, wenn sichergestellt ist, dass die Geräte von der Versorgungsspannung getrennt sind und elektrische Ladungen, die in im Gerät befindlichen Bauteilen gespeichert sind, vorher entladen wurden.

- Spannungsführende Kabel oder Leitungen, mit denen das Gerät das Bauteil oder die Baugruppe verbunden sind, müssen  stets auf Isolationsfehler oder Bruchstellen untersucht werden. Bei Feststellen eines Fehlers in der Zuleitung muss das Gerät unverzüglich aus dem Betrieb genommen werden,  bis die defekte Leitung ausgewechselt worden ist.

- Bei Montage und Einsatz von Bauelementen oder Baugruppen muss stets auf die strikte Einhaltung der in der zugehörigen Beschreibung enthaltenen Kenndaten für elektrische Größen, sowie auf alle Sicherheitshinweise dieser FAQ-Seite, hingewiesen werden.

- Wenn aus den vorgelegten Beschreibungen für den nicht gewerblichen Endverbraucher nicht eindeutig hervorgeht, welche elektrischen Kennwerte für ein Bauteil gelten, so muss stets ein Fachmann um Auskunft ersucht werden.

Was muss man bei Elektroarbeiten beachten?

Diese Frage fällt nicht mehr in unseren Bereich, da wir keine elektrische Montagearbeiten anbieten oder ausführen. Grundsätzlich dürfen elektrische Anlagen und/oder Baugruppen nur von Elektrofachkräften errichtet werden. Dies gilt auch für die Instandsetzung, Änderung, Erweiterung und Wartung bestehender Anlagen und Systeme. Als Elektofachkraft gilt, wer auf Grund seiner fachlichen Ausbildung, Kenntisse und Erfahrungen, sowie Kenntnis der einschlägigen Bestimmungen (u.a. VDE), die ihm übertragenden Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen und abwenden kann.

Darf ich Kolter-Produkte auch im Ex-Bereich verwenden?

Nein. Unsere Baugruppen dürfen nicht direkt im Ex-Bereich betrieben werden, da sie nicht über eigensichere Klemmen verfügen. 

Entsprechen Kolter-Produkte der ATEX-Richtlinie?

Unsere Produkte fallen nicht unter diese Richtlinie, da Sie nicht für Ex-Bereich vorgesehen sind.

Was ist ATEX?

Die ATEX ist eine Richtlinie 94/9/EG des europäischen Parlaments über die Mindestvorschriften zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes und der Sicherheit der Arbeitnehmer, die durch explosionsfähige Atmosphären gefährdet werden können und ist seit  01.07.2003 in Kraft. Sie beschreibt im Wesentlichen praktische Maßnahmen zur Eigensicherheit von Produkten, die in explosionsgefährdeten Bereichen (kurz Ex) bzw. gefährdeten Atmosphären Einsatz finden sollen. Die Richtlinie gilt also für alle explosionsgeschützten Produkte, insbesonders zur Verwendung in staubbelasteten Bereichen, in denen unter Umständen eine Explosionsgefahr besteht. Das Regelwerk beschreibt, welche Vorschriften zu beachten sind. Beispielsweise sind eigensichere Stromkreise in der Regel hellblau gekennzeichnet, und müssen von anderen Leitungen separat verlegt werden.

Woran erkenne ich ein Ex-Zugelassenes Produkt?

Ex-Zugelassene Produkte sind mit dem Hinweis Ex und/oder einen dreieckigen Ex-Symbol gekennzeichnet. Jede in Europa zugelassene benannte Stelle hat eine 4-stellige Nummer, die auf dem Typenschild bzw. dem CE-Zeichen angehängt wird. Erfolgt das Audit z.B. durch die PTB Braunschweig, erkennt der Anwender dies an der Kennzeichnung CE0102. Die Prüfung erfolgt i.d.R. durch die PTB oder einer gleichgestellten, zugelassenen Prüfstelle. Erst nach erfolgreicher Prüfung ist der Hersteller befugt eine Konformitätsbescheinigung oder Baumusterprüfbescheinigung auszustellen.

Wir haben eine sensible Anlage zu errichten. Können wir hierzu Ihre Produkte einsetzen?

Der Einsatz unserer Produkte ist nicht für gefährdete oder sensible Bereiche vorgesehen, auch wenn sie dafür geeignet wären. Etwaige Verwendung findet ausschliesslich auf Ihr eigenes Risiko hin statt.

Wir möchten Ihre Baugruppen in sicherheitsgesteuerten, sicherheitsgefährdeten und/oder medizinischen Anlagen verwenden. Gibt es dazu etwas zu beachten?

Unsere hergestellten Schaltungen/Baugruppen/Module sind für den Einsatz in diesen Bereichen nicht explizit vorgesehen. In Schaltungen und Anlagen (z.B. Patientenüberwachung im Krankenhaus, Flugzeugnavigation, Fahrstuhl- oder Ampelsteuerungen), wo Menschenleben unmittelbar gefährdet werden kann, ist der Einsatz unserer Produkte nicht erwünscht. Wer dennoch unsere Produkte in diesen sensiblen Bereichen nutzen möchte, handelt eigenverantwortlich und sollte diese Anlagen/Systeme durch externe Prüfer oder Sachverständige zertifizieren bzw. autorisieren lassen. Etwaige Zertifizierungen für Ihren Einsatz müssen Sie jedoch zu Ihren Lasten und auf Ihr eigenes Risiko hin übernehmen. Eine Garantie zur Durchführung bzw. Einhaltung der in diesen Fällen geforderten Schutzziele und Richtlinien besteht nicht. Eine Zusicherung von Produkteigenschaften darf aus den technischen Unterlagen nicht hergeleitet werden und muss im Einzelfall durch den Nutzer/Käufer/Errichter immer gegengeprüft bzw. freigegeben werden. Die Eignung eines Produkts entscheidet der Nutzer/Käufer/Errichter für seine Anwendung eigenverantwortlich.

Was muss man bei Messkarten (bsp. A/D und D/A...) immer beachten?

Wichtig: Vor allen Arbeiten gilt ein ausreichender und dauerhafter Potentialausgleich vorzunehmen. Bitte beachten Sie bei allen Arbeiten die VDE-Regeln (gem. VDE 0100, 0106, 0800, 0870 ), ESD-Schutz-Reglen, sowie unsere Einbauvorschriften in den Unterlagen, um einen ordnungsgemäßen Aufbau und sichern Betrieb herzustellen. Fremdspannungen (auch kurzfristige Schaltspitzen) können Ein- und Ausgänge oder die gesamte Baugruppe zerstören. Bei analogen Messkarten ohne Isolierung (bsp. fehlende galvanische Trennung mittels Optokoppler) dürfen keine Masse-Potentialunterschiede zwischen Quelle und Messeinheit bestehen. Grundsätzlich können Überspannungen zum Defekt der Baugruppe führen. Daher ist vorab eine Überprüfung der Spannungsverhältnisse erforderlich, die den eingestellten Messbereich der Eingänge nicht übersteigt. Bei Schaltspitzen gilt ein entsprechender, wirksamer Überspannungsschutz vor jeden Eingang vorzuschalten. Bei spannungslosen Messkarten oder Modulen (bsp. PC ist abgeschaltet) dürfen keine verbleibenden Spannungen oder Restspannungen aufgeschaltet sein, da Messeingänge bei fehlender Betriebsspannungsversorgung in einen niederohmigen Zustand fallen können. Alle Ausgänge (ob analog oder digital) dürfen keinem Kurzschluss ausgesetzt werden. Bei limitierten Ausgängen sind die Angaben der jeweiligen Dokumentation zu berücksichtigen. Sind keine Angaben in der Dokumentation enthalten, gilt die Faustregel, dass analoge Ausgänge mit nur max. 5mA belastet werden dürfen. Rückspannungen oder Kurzschlüsse zerstören den Ausgang oder die gesamte Baugruppe. Je nach Anwendung ist ggf. der Einsatz von vollisolierten Komponenten vorzusehen. Bei unzureichenden Schutzmaßnahmen sind weitere, externe Schutzmaßnahmen zur Abwehr von Defekten einzuleiten.

Gibt es noch weitere Installations- oder Sicherheitshinweise?

Sämtliche Baugruppen sind nur von entsprechend ausgebildeten und geschulten Fachkräften unter Berücksichtigung einschlägiger Bestimmungen zu installieren. Der einwandfreie und sichere Betrieb einer Baugruppe setzt voraus, daß sie sachgemäß transportiert, gelagert und fachgerecht installiert in Betrieb genommen, sowie bestimmungsgemäß bedient wird. An der Baugruppe dürfen nur Personen arbeiten, die mit der Installation, Inbetriebnahme und Bedienung vertraut sind und über die ihrer Tätigkeit entsprechende Qualifikation verfügen. Sie müssen den Inhalt der Betriebsanleitung, die auf der Baugruppe angebrachten Hinweise und die einschlägigen Sicherheitsvorschriften für die Errichtung und den Betrieb elektrischer Anlagen beachten. Das Nichtbefolgen der Sicherheitsvorschriften kann Tod, Körperverletzung oder Sachschäden an der Baugruppe und an anderen Geräten und Einrichtungen zur Folge haben. Da Sie hiermit in Kenntnis gesetzt wurden, lehnen wir jegliche Haftung ab. Sollte die in der Betriebsanleitung enthaltenen Hinweise und Sicherheitsinformationen in irgendeinem Fall nicht ausreichen, wenden Sie sich bitte direkt an uns oder an die für Sie zuständige Vertretung, wo Sie das Produkt erworben haben. Bei Unsicherheiten ist das Produkt zunächst nicht in Betrieb zu nehmen.

Was muss man bei Überspannungen oder gar Blitzen beachten?

Transiente Überspannungen entstehen aufgrund von Blitzentladungen, Schalthandlungen im Bereich elektrischer Anlagen und Systeme, sowie bei elektrostatischen Entladungen an Stromkreisen und Verbindungsübergängen. Überspannungen, hervorgerufen durch Entladungen, treten meistens nur sehr kurzzeitig im Mikrosekundenbereich auf, dennoch sind diese hohen Spannungen in der Lage, elektronische Schaltungen oder die Isolation zwischen Leiterbahnen gedruckter Schaltungen irreparabel zu Zerstören. Mit der TRABTECH-Produktreihe bietet die Firma PHOENIX CONTACT einen kompletten Überspannungsschutz von der Stromversorgung über die Mess-Steuer/Regeltechnik, bis zu Telekommunikationseinrichtungen an. Prospekt als PDF: Trabtech-Broschüre

Wo erhalte ich noch nähere Informationen über EMV, Blitz- und Überspannungsschutz?

Literaturhinweis: EMV. Blitz- und Überspannungsschutz von A bis Z, Hüthig & Pflaum Verlag, ISBN: 3-8101-0209-1

Was muss man beim Potenzialausgleich beachten?

Zu diesem Thema hat bereits die Firma Phoenix-Contact einen Beitrag verfasst: Zitat-Anfang: "Wesentlicher Bestandteil einer funktionsfähigen Überspannungsschutzmaßnahme ist der konsequent durchgeführte Potenzialausgleich, sowie dessen Anbindung an die Erdungsanlage. Der Potenzialausgleich hat die Aufgabe, alle elektrisch leitfähigen Teile des Gebäudes direkt oder über Ableiter bei statischen und dynamischen Spannungseinkopplungen auf möglichst einem Potenzial zu halten. Dafür sollte der Potenzialausgleich so engmaschig wie möglich aufgebaut werden. Dementsprechend ist auch die Installation leitender Querverbindungen zwischen Anlagenteilen zu empfehlen, die ihrerseits schon direkt mit dem Hauptpotenzialausgleich verbunden sind. Als zentraler Sammelpunkt zum Anschluß aller Erdungs und Potenzialausgleichsleitungen ist eine Potenzialausgleichschiene einzusetzen. Bereits in der Planungsphase sollte der Potenzialausgleich berücksichtigt werden. So läßt sich die technisch effizienteste und kostengünstigste Lösung erarbeiten."  Zitat-Ende.

Welches Netzteil muss ich bei Gleichspannung verwenden?

Bitte verwenden Sie nur TÜV-zugelassene, ausreichend galvanisch getrennte Netzteile, mit gesiebten, stabilisierten (geregelt) und abgesicherten, sowie kurzschlussfesten Gleichspannungsausgang, mit ausreichender (typ. 20% überdimensionierter) Leistung. Das Netzteil sollte dabei so platziert werden, dass kein Wärmestau entsteht und umliegende Baugruppen nicht beeinträchtigt werden. Das gilt auch für die EMV. Für messtechnische Einrichtungen eignen sich am besten längstgeregelte Netzteile mit schutzisolierten Netztransformatoren nach VDE. Durch den Einsatz hoher Ladekapazitäten und linearer Spannungsregler, werden Spannungspulse und Rauschen, wie sie etwa bei billigen Schaltnetzteilen entstehen können, vermieden. Beachten Sie bei Ihrer Leistungsdimensionierung, dass im Einschaltmoment höhere Ströme fließen können. Netzteile mit Erdanschluß sind nach Möglichkeit zu erden. Treten dennoch Probleme hinsichtlich Potentialunterschiede auf, sind weitere Maßnahmen in Bezug auf Erdung und Isolation zu treffen. Nutzen Sie kein Netzteil, dessen Ausgangsspannung langsam aufgebaut wird. Folgeschaltungen mit DC/DC-Wandler reagieren z.T. darauf sehr eigenwillig.

Wie gehe ich mit elektrostatischer Entladung um?

Statische Elektrizität ist ein natürliches Phänomen und kann die empfindlichen Komponenten im Innern Ihres Computers stark beschädigen oder zerstören. Jedermann ist mit den Auswirkungen von statischer Elektrizität vertraut: zum Beispiel ein elektrischer Schlag beim Öffnen einer Metalltürklinke oder einer Metallschublade. Diese Entladung wird typischerweise nur bei einer Voltzahl von über 2.000 Volt wahrgenommen. Jedoch kann eine PC-Karte schon bei 20 Volt beschädigt werden (bsp. ungeschüzter Eingangsmultiplexer), wenn sie statischer Entladungsenergie ausgesetzt wird. Um derartige Schäden zu vermeiden, muß die statische Elektrizität vom dem Körper abgeleitet werden, bevor elektronische Komponenten im System (bsp. Mikroprozessor, PC-Erweiterungskarte...) berührt werden. Berühren Sie hierzu eine blanke Masse-Metallfläche am Computergehäuse, wenn der Rechner noch per Netzkabel mit der technischen Hauserde verbunden ist. Es bietet sich an, dass Sie bei Arbeiten im Innern des Systems von Zeit zu Zeit eine unbeschichtete Masse-Metallfläche berühren, um die statische Aufladung abzuleiten, die sich möglicherweise im Körper seit der letzten Entladung angesammelt hat. Für den professionellen Ein.- bzw. Umbau von Baugruppen eignet sich ein geerdeter ESD-Arbeitsplatz.

Was muss ich beachten, wenn ich den Computer öffne und eine Karte einbauen will?

Alle Arbeiten sollten immer bei ausgeschalteten Geräten durchgeführt werden. Wenn Sie sich nicht mit den Richtlinien der Elektonik, Elektrotechnik und den einschlägigen Sicherheitsvorschriften (bsp. VDE) auskennen, sollten Sie unbedingt einen Fachmann hinzuziehen. Trennen Sie vor jedem Kartenwechsel zuerst die Stromquelle bzw. den Netzstecker. Warten Sie mindestens 10...15 Sekunden und öffnen Sie dann erst die Computerabdeckungen. Auch hier bietet es sich an, dass Sie bei den Arbeiten im Innern des Systems, von Zeit zu Zeit eine unbeschichtete Masse-Metallfläche berühren, um die statische Aufladung abzuleiten, die sich möglicherweise im Körper seit der letzten Entladung angesammelt hat.

Wie baue ich eine Karte richtig ein?

Um Schäden durch elektrostatische Entladungen (ESD) besser vorzubeugen sollten Sie folgendes beherzigen: Nehmen Sie PC-Karte bzw. Baugruppe erst dann aus der antistatischen Verpackung heraus, wenn sie kurz darauf in das dafür vorgesehene System installiert werden soll. Dabei muss unmittelbar vor dem Entfernen der antistatischen Verpackung die statische Aufladung vom eigenen Körper zur Masse (bsp. Hauserde) abgeleitet werden. Bitte handhaben Sie die Komponenten bzw. Karten sehr sorgfältig um unnötigen Schaden abzuwenden. Die Anschlusskontakte auf den Karten (bsp. PCI-Stecker) sollten dabei keinesfalls berührt werden, oder mit anderen, spannungsführenden Teilen, kontaktiert werden. Zudem sollten die Karten, zum Einsetzen in den Slot, ausschließlich an den Rändern oder am Montageblech (PC-Blech) berüht werden. Bitte berühren Sie (falls vorhanden) die Potentiometer bzw. Spindeltrimmer nicht, damit die Werksjustage nicht verstellt wird.

Bei welcher Umgebungstemperatur darf ich die Baugruppe betreiben?

Falls nicht anders angegeben, liegt die zulässige Umgebungstemperatur für den Normalbetrieb in der Regel zwischen 0°C und +40°C Grad Celsius Raumtemperatur. Abhängig von der Eigenerwärmung und verwendetem Umfeld können auch abweichende Werte realisiert werden. Vorrang haben hier Werte, die in den entsprechenden Betriebsanleitungen bzw. technischen Daten der Produkte enthalten sind.

Was muss man bei einer Anschlussverdrahtung beachten?

Zur Vermeidung von Leiterbrüchen (z.B. auf Platinen) werden bei beweglichen Anschlüssen nur fein- oder feinstdrähtige Leiter eingesetzt. Durch das Verlöten von Leiterenden wird jedoch die Flexibilität wieder aufgehoben, sodaß Brüche in den Leiterzugängen oder an den Kontaktklemmen auftreten können. Weiterhin sind Anschluß- und Verbindungsstellen von Kabeln und Leitungen vor mechanischer Beanspruchung zu entlasten. Verlötete (verzinnte) Leiterenden von fein- und feinstdrähtigen Leitern sind bei Anschluß- und Verbindungsstellen, die betrieblichen Relativbewegungen zwischen verlötetem und nicht verlötetem Leiterteil ausgesetzt sind, nicht zulässig. Das Verlöten (Verzinnen) des gesamten Leiterendes von mehr-, fein- oder feinstdrähtigen Leitern ist grundsätzlich nicht zulässig, wenn Schraubklemmen verwendet werden. Hinweise hierzu: DIN 57607/ VDE 0607, DIN 57609/ VDE 0609, DIN 57611/ VDE 0611, DIN VDE 606 und DIN VDE 0100, Teil 520, 11.1f. Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1000 Volt.

Wie geht man richtig mit Steckverbindern und Anschlusskabel um?

Trennen Sie immer zuerst den Computer und alle Peripheriegeräte vom Stromnetz und anderen Verbindungen. Lösen Sie auch die Netz-, Telefon- und anderen Telekommunikationsverbindungen (bsp. Monitor) zum System. Halten Sie beim Abziehen eines Kabel immer dessen Stecker oder Kabellasche in der Hand, nicht das Kabel selbst. Ziehen Sie niemals am Kabel, sondern an den dafür vorgesehenen Griffflächen oder Entlastungsmechaniken. Bei Kabel oder Stecker mit Sicherungsklammern sind vor dem Abnehmen die Verriegelungsklammern zu lösen. Halten Sie beim Trennen von Steckverbindungen die Anschlüsse gerade, damit keine Pins verbiegen. Gleiches gilt beim Herstellen von Steckverbindungen. Achten Sie darauf, dass die Metallflächen von Steckverbindern zuerst kontaktieren um Potentiale auszugleichen und berühren Sie keinesfalls Pins oder Kontakte auf der Platine. Berühren Sie, wenn nötig, die Steckverbinder und Karten ausschließlich an den Rändern oder am Montageblech.

Wo finde ich Adernendhülsen + Werkzeug zur industriegerechten Kabelherstellung?

Zum Beispiel hier: http://www.avt-online.com

Welche Literatur wird zur ordnungsgemäßen, sicheren Errichtung von Anlagen benötigt?

Das ist das Minimum, und keine vollständige Liste:
- Einführung in DIN VDE 0100, Elektrische Anlagen von Gebäuden, von Wilhelm Rudolph
- Schutz gegen elektrische Gefährdungen, von Hans-Heinrich Egyptien
- Kompendium Planung von Elektroanlagen..., von Ismail Kasikci
- Feldbussysteme zur industriellen Kommunikation, von Bernd Reißenweber
- Schutz in elektrischen Anlagen...gegen Überströme und Überspannungen, von G. Biegelmeier
- Projektierung von Niederspannungs- und Sicherheitsanlagen, + 2 CDs, von Ismail Kasikci
- Elektrische Anlagentechnik, von Wilfried Knies
- Arbeitsschutz in elektrischen Anlagen, von Peter Hasse
- Betrieb von elektrischen Anlagen, VDE-Verlag

Wie verpacke ich eine Platine sicher für den Versand?

Wenn empfindliche Platinen, Baugruppen oder PC-Karten transportiert werden sollen, verpacken Sie diese bitte zuerst in eine antistatische Schutzhülle. Plastik- bzw. einfache Luftposterfolien oder andere nichtleitende Materialien sind für die erste Umverpackung völlig ungeeignet und können die Baugruppe zusätzlich, irreparabel beschädigen. Verpackungsschäden dieser Art werden nicht durch die Garantie abgedeckt.

Bitte lesen Sie die folgenden Anweisungen sorgfältig:
Für Produkte, die nicht ausreichend verpackt eingeschickt wurden, kann die Gewährleistung verfallen. Vor der Rückgabe eines Produkts versichern Sie sich bitte, dass es ordnungsgemäß verpackt ist. Dies ist unbedingt erforderlich, um das Risiko der Beschädigung durch Stöße oder ESD zu verringern. Das Produkt sollte nur in der Original Kolter-Verpackung verschickt werden, die darauf ausgelegt ist, geeigneten Schutz bei Beeinträchtigungen während des Transportes zu bieten. Falls ein Modul oder eine PC-Karte zurückgegeben wird, ist darauf zu achten, dass es zum Transport in einen gutgeschirmten ESD-Schutzbeutel gegeben wird. Falls keine Original-Verpackung vorhanden ist, senden Sie das Gerät in einer geeigneten Wellpappe-Verpackung. Um Stöße zu vermeiden, sollte es auf Schaumgummi nach allen Seiten wenigstens 50 mm eingebettet sein. Bitte verwenden Sie keine Polystyrol-Schaumstoffflocken als Verpackungsmaterial! Diese Art „loses“ Verpackungsmaterial ist eine gute Quelle für statische Elektrizität und bietet keinen ausreichenden Schutz bei der Rücksendung. Unter keinen Umständen sollten unsere Produkte in einer einfachen Plastiktüte, oder gar lose zurückgeschickt werden, da dies keinerlei Schutz bietet. Bitte nehmen Sie die Rücksendung in einer Weise vor, bei der der Versandweg nachvollzogen werden kann, und stellen Sie sicher, dass alle Rücksendepapiere entsprechend beigepackt sind.



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